Mit der Legalisierung der Online Spielotheken bricht für die Glücksspielbranche ein neues Zeitalter an. Einer der wichtigsten Eckpunkte der Neuausrichtung ist die Besteuerung der Anbieter, die dem Staat jährlich Steuereinnahmen bescheren soll. Im nachfolgenden Artikel beleuchten wir das Thema „Steuern bei Glücksspielanbietern“ eingehend und erklären, ob die Steuerregelungen nur Anbieter oder auch Spieler betreffen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Steuern bei Online Spielotheken: Regelungen nach der Steuerreform
- 2 Besteuerung der Glücksspielanbieter: Hohe Einnahmen zu erwarten
- 3 Der Glücksspielstaatsvertrag 2021: Vorgaben für Anbieter und Spieler
- 4 Warum die Lizenzierung richtig und wichtig ist
- 5 Zahlen Spieler Steuern auf Glücksspielgewinne?
- 6 Fazit zu Steuern bei Online Spielotheken
- 7 FAQ – Häufig gestellte Fragen
Steuern bei Online Spielotheken: Regelungen nach der Steuerreform
Seit dem 1. Juli 2021 ist der neue deutsche Glücksspielstaatsvertrag in Kraft getreten und parallel dazu hat die Bundesregierung eine Steuerreform beim Rennwett- und Lotteriegesetz verabschiedet, gegen die sich Online Glücksspielanbieter lange Zeit vergeblich gewehrt haben.
Darin wurde unter anderem bestimmt, dass eine Steuer von 5,3 Prozent auf jeden Einsatz bei einer Online Spielothek fällig wird. Für Anbieter der Online Glücksspiele bedeutet das, dass sie die Steuer jedes Mal erheben müssen, wenn sich die Walzen der Spielautomaten drehen.
Umsetzung der Reform
Die Steuerreform ist rechtskräftig und die Besteuerung ist für Glücksspielanbieter Realität. Nachfolgend schauen wir uns die aktuellen Umsätze der Online Glücksspiel-Branche an. Wir setzen uns damit auseinander, wie hoch die voraussichtlichen Steuereinnahmen für den Staat sein werden und vergleichen die Einnahmen mit den anderen Steuerquellen.
Besteuerung der Glücksspielanbieter: Hohe Einnahmen zu erwarten
Viele Menschen widmen sich dem Glücksspiel im Internet – manche von ihnen sogar täglich. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat im Jahr 2019 ein Survey veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass mehr als 75 Prozent der befragten 16- bis 70-Jährigen mindestens einmal an einem Glücksspiel teilgenommen haben.
Befasst man sich mit der Häufigkeit der Partizipation an Glücksspielen, wird deutlich, dass die meisten Spielefans regelmäßig an Online Glücksspielen teilnehmen. Rund ein Drittel der Befragten verbringt entweder täglich oder wöchentlich Zeit mit Online Glücksspielen.

Quelle: Statista
Was die Höhe der ausgegebenen Geldbeträge bei Online Glücksspielen angeht, so hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa entsprechende Umfragen durchgeführt und dabei die Zeiträume zwischen 2007 und 2019 beobachtet.

Quelle: Statista
Es zeigt sich, dass von den Befragten rund 10 Prozent mindestens 50 Euro im Monat für Online Glücksspiele ausgeben. Mehr als 4 Prozent der Umfrageteilnehmer setzen sogar mehr als 100 Euro im Monat zum Spielen ein.
Hohe Umsätze im weltweiten und europäischen Glücksspielmarkt
Schauen wir uns die Umsätze an, die Anbieter von Online Glücksspielen Jahr für Jahr erzielen. Aktuell vorliegende Daten und Prognosen zeigen, dass die weltweiten Bruttospielerträge jährlich steigen und voraussichtlich auch zukünftig immer weiter wachsen werden.

Quelle: Statista
Ähnlich sieht es auf dem europäischen Glücksspielmarkt aus. Dort setzen die Anbieter virtueller Glücksspiele Jahr für Jahr immer höhere Beträge um und der zukünftige Trend kennt ebenfalls nur eine Richtung: nach oben.

Quelle: Statista
Die Bundesregierung ist bestrebt, Spieler zu legalen Glücksspielanbietern mit deutscher Lizenz zu lenken. Dass die Legalisierung und die damit verbundene Steuerreform bereits Früchte tragen, zeigt sich an den zusätzlichen Steuereinnahmen, die der Staat seit der Legalisierung verzeichnen kann.
Ein deutliches Plus der Steuereinnahmen durch Legalisierung
Laut einem offiziellen Bericht des Bundesfinanzministeriums, in dem die Steuereinnahmen der verschiedenen Steuerarten aufgelistet sind, konnte der Bund im dritten Quartal des Jahres 2022 im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs der Steuereinnahmen aus der Rennwett- und Lotteriesteuer verzeichnen.
Insgesamt ist es ein Plus von 15,5 Prozent – und zwar hat der Staat im dritten Quartal 596.133.000 Euro eingenommen. Im Vorjahr waren es noch 516.004.000 Euro. Nach etwas mehr als einem Jahr des Bestehens des neuen Glücksspielstaatsvertrags (GlüsStV) zeigt sich, dass sich die Öffnung des Glücksspielmarktes sehr lukrativ gestaltet.
Stellt man die Einnahmen aus der Rennwett- und Lotteriegesetz den anderen großen Steuerquellen des Staats gegenüber zeigt sich, dass sie nicht zu den „Schwergewichten“ gehören, aber es zeichnet sich ein deutlicher Trend nach oben ab.
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Steuereinnahmen im Vergleich (Schätzungen für 2022) |
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| Rennwett- und Lotteriesteuer | 2.588.000.000 Euro (+10,9% ggü. 2021) |
| Lohnsteuer | 225.850.000.000 Euro (+3,4% ggü. 2021) |
| Umsatzsteuer | 283.450.000.000 Euro (+13.0% ggü. 2021) |
| Grundgewerbsteuer | 17.800.000.000 Euro (-2,9% ggü. 2021) |
| Energiesteuer | 34.100.000.000 (-8,1% ggü. 2021) |
Quelle: Bundesfinanzministerium
Zukünftige Entwicklung der Glücksspielumsätze in Deutschland
Laut einer Prognose von Goldmedia GmbH Strategy Consulting werden sich bis zum Jahr 2024 die Bruttospielerträge der Online Slots von Anbietern mit deutscher Lizenz im Vergleich zu 2021 mehr als versechsfachen.

Quelle: Statista
Bewahrheitet sich diese Prognose, dann bedeutet das, dass sich die Bundesregierung Jahr für Jahr über einen immer größeren Geldsegen freuen kann. Bei einem Bruttospielertrag von 1,9 Milliarden Euro, die allein bei den Online Slots prognostiziert werden, fallen die Steuereinnahmen mehr als üppig aus.
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021: Vorgaben für Anbieter und Spieler
Der neue Glücksspielstaatsvertrag, der am 1. Juli 2021 in Kraft getreten ist, bringt abseits der Glücksspiel Steuern viele Veränderungen und Vorgaben mit sich. Die Anbieterlandschaft befindet sich im Wandel, denn es gehört einiges dazu, die Voraussetzungen für eine deutsche Lizenz zu erfüllen.
Zu den wichtigsten Lizenzierungsvoraussetzungen zählen die folgenden:
- Einzahlungslimits: Spieler dürfen pro Monat maximal 1.000€ auf ihr Spielerkonto einzahlen.
- Spielauswahl: Erlaubt sind nur virtuelle Automatenspiele (Online Slots).
- Rundendauer: Jede Runde am Spielautomaten muss eine Dauer von mindestens 5 Sekunden haben. Autoplay Modi sind daher nicht mehr zugelassen.
- Spieleinsätze: Pro Spin ist ein Maximaleinsatz von 5€ vorgeschrieben.
Es gibt noch viel mehr Anforderungen, die an die Glücksspiellizenz aus Deutschland geknüpft sind, sodass sich die Anbieterlandschaft verändert. Das betrifft die Anbieter, die sich um die Glücksspiellizenz bemühen.
Spielerschutz im Mittelpunkt
Nur Anbieter, die all die Vorgaben erfüllen, haben die Chance, eine deutsche Lizenz zu erhalten. Der Staatsvertrag und die damit verbundenen Regelungen gehen mit diversen Vorteilen für Spieler einher, wobei ein hoher Spielerschutz im Mittelpunkt steht. Auf die Vorteile eines regulierten Glücksspielmarkts gehen wir im nächsten Abschnitt im Detail ein.
Warum die Lizenzierung richtig und wichtig ist
Glücksspiel kann Risiken bergen und manche Menschen sogar süchtig machen. Wie die nachfolgende Statistik zeigt, weisen nicht wenige Glücksspielfans ein mehr oder weniger problematisches Spielverhalten auf:

Quelle: Statista
Wie sich zeigt, ist der Anteil der sogenannten „Problemspieler“ je nach Glücksspielform unterschiedlich hoch. Diesen Missstand zu beseitigen, hat sich die Bundesregierung mit dem Glücksspielstaatsvertrag auf die Fahnen geschrieben.
Die Regelungen im Staatsvertrag haben zum Ziel, den Spielerschutz zu erhöhen und eine möglichst sichere Spielumgebung zu gewährleisten. Zu den im Vertrag formulierten Zielen gehören daher unter anderem:
- Die Vorgaben und Vorkehrungen sollen Glücksspielsucht verhindern. Zugleich werden Voraussetzungen für eine effektive Suchtbekämpfung geschaffen.
- Das legale Angebot soll eine Alternative zu nicht erlaubtem Glücksspiel darstellen und dessen Ausbreitung entgegenwirken.
- Die Gewährleistung des Spieler- und Jugendschutzes ist ein weiteres Ziel der Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags.
- Außerdem haben es sich die Verantwortlichen zum Ziel gesetzt, die ordnungsgemäße Durchführung der Glücksspiele zu realisieren, Spieler vor betrügerischen Machenschaften zu schützen und Kriminalität zu unterbinden.
Alles in allem soll der Glücksspielstaatsvertrag gewährleisten, dass Online Glücksspiele unter regulierten und überwachten Rahmenbedingungen stattfinden. Zugleich sollen Betroffene diverse Anlaufstellen finden, an die sie sich wenden können, wenn sie problematisches Spielverhalten an sich bemerken.
Um Glücksspielsucht einen Riegel vorzuschieben, existiert eine sogenannte Sperrdatei mit dem Namen OASIS (Online-Abfrage Spielerstatus). Dort können sich Spieler eintragen lassen, um sich vorübergehend vom Zugang zu Glücksspielangeboten auszuschließen. Doch auch besorgte Familienmitglieder und Freunde können einen Spieler in die Sperrdatenbank eintragen lassen.
Zahlen Spieler Steuern auf Glücksspielgewinne?
Ein weiteres für Spieler wichtiges Thema im Zusammenhang mit Glücksspiel ist die Gewinnsteuer. Wer Online Glücksspiele nutzt, stellt sich früher oder später die Frage, ob das Finanzamt Steuern auf den Glücksspielgewinn erhebt. Die Antwort darauf: Grundsätzlich sind Gewinne steuerfrei, es gibt keine allgemeine Gewinnsteuer für Spieler.
Eine Ausnahme von dieser Regel tritt in Kraft, wenn Spieler regelmäßige hohe Gewinne erzielen. Dann könnte das Finanzamt sie als Berufsspieler einstufen. In diesem Fall fällt für Profi Spieler auf den Gewinn eine entsprechende Einkommenssteuer an und die Gewinne müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Wer sich dagegen nur hin und wieder an hohen Glücksspielgewinnen erfreut, muss sich um die Gewinnsteuer keine Gedanken machen.
Fazit zu Steuern bei Online Spielotheken
Der Markt für Online Glücksspiele erzielt jedes Jahr hohe Umsätze. Mit dem Glücksspielstaatsvertrag wurden virtuelle Automatenspiele legalisiert und zugleich wurden die dort getätigten Einsätze mit 5,3 Prozent besteuert.
Bereits nach relativ kurzer Zeit brachte die Einsatzsteuer viele zusätzliche Steuereinnahmen mit sich und es zeichnet sich ab, dass die Legalisierung der Online Slots sehr lukrativ für den Staatshaushalt sein dürfte.
Wie lukrativ die Steuerreform genau sein wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viele Spieler sich den streng regulierten Anbietern mit deutscher Lizenz zuwenden, die einen hohen Spielerschutz bieten.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Zum Abschluss geben wir noch die Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema „Steuern bei Online Spielotheken“. Damit gibt es die wichtigsten Infos kompakt und auf einen Blick.
Wie hoch ist die Steuer für Online Spielotheken?
Seit dem Jahr 2021 müssen legale Anbieter virtueller Automatenspiele eine Steuer von 5,3 Prozent auf jeden Einsatz zahlen, den Spieler bei der Online Spielothek platzieren. Die Glücksspielsteuer ist Teil der Steuerreform des Rennwett- und Lotteriegesetzes und betrifft nicht nur Anbieter von Online Spielotheken.
Wie hoch waren die Glücksspiel-Steuereinnahmen in den letzten Jahren?
Seit der Legalisierung der Online Slot Spiele und der Besteuerung der Spieleinsätze konnte die Bundesregierung einen satten Zuwachs an Steuereinnahmen verzeichnen. Wir zeigen, wie sich die Einsatzsteuer auf die Steuereinnahmen bereits kurz nach der Legalisierung ausgewirkt hat.
Welche Änderungen bringt der Glücksspielstaatsvertrag?
Neben der oben beschriebenen Steuerreform und der Online Glücksspiel Steuer kommen auf Anbieter virtueller Automatenspiele zahlreiche weitere Veränderungen zu. Dabei handelt es sich beispielsweise um monatliche Einzahlungslimits, eine Mindestdauer pro Spielrunde sowie die Beschränkung der Spielauswahl auf Spielautomaten.
Welche Vorteile bieten deutsche Lizenzen?
Die Legalisierung der Online Spielotheken hat nicht nur Steuereinnahmen für den Staat zur Folge. In erster Linie geht es beim Glücksspielstaatsvertrag darum, den Spielerschutz zu erhöhen und Glücksspielfans einen geschützten und sicheren Raum zu bieten. Die Vorteile der Regulierung in Deutschland haben wir auf einen Blick zusammengestellt.
Müssen Spieler auf ihre Gewinne Steuern zahlen?
In der Regel ist dies nicht der Fall. Die meisten Glücksspielfans müssen ihre Gewinnsumme nicht an das Finanzamt melden und den Betrag nicht bei der Steuererklärung abgeben. Es gibt allerdings eine Ausnahme, denn manche Spieler sind durchaus von der Steuerpflicht betroffen. Wann dies der Fall ist, zeigen wir in unserem Abschnitt rund um die Gewinnsteuer.